Luca Nauschütz porträtiert in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek.

Und was studierst du so?

Studierende und ihr Studiengang
Luca Nauschütz porträtiert in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek.
Foto: Nicole Nerger (Universität Jena)

Luca Nauschütz, Lehramt Deutsch und Geschichte, 9. Semester

Den Wunsch, Lehrer zu werden, habe ich schon seit frühester Kindheit. Ich konnte mich früh für vieles begeistern und hatte immer das Bedürfnis, diese Begeisterung weiterzugeben, andere damit anzustecken und Neugier zu wecken, Dinge gemeinsam zu durchdringen. Genau diese Freude möchte ich später auch in der Schule weitergeben.

Mein Bild vom Studium war zu Beginn ziemlich verklärt. Ich stellte mir die Universität als einen Raum der Rebellion vor, einen Ort, an dem sich Thinktanks bilden und Menschen versuchen, die Welt zu verändern. Studieren bedeutete für mich auch, »meinen« Ort zu finden – Menschen zu begegnen, die ähnlich denken wie ich. Da ich 2021 mit dem Studium begonnen habe, folgten nach den Kennenlerntagen pandemiebedingt jedoch erst einmal Wochen der Isolation. 

Heute ist das Studium für mich besonders schön, wenn am Ende eines Seminars nicht nur eine Hausarbeit entsteht, die im Archiv verschwindet, sondern etwas, das über den Seminarraum hinaus Wirkung hat: In einem Modul zur Neueren Geschichte bei Prof. Jens-Christian Wagner entwickelten wir zum Beispiel das
Konzept für eine Ausstellung zum sowjetischen Speziallager Nr. 2 in Buchenwald, die noch immer zu sehen ist.

Am meisten Freude macht mir Ältere Deutsche Literatur. Man kann daran enorm viel lernen, sowohl inhaltlich über gesellschaftliche Ordnung, Weltbilder und Normen als auch sprachlich. Das Mittelhochdeutsche ist eine wunderschöne Sprachstufe, voller Finessen, die oft unterschätzt wird. Es macht Freude, diese »ausgestorbene« Sprache wieder zum Leben zu erwecken: den Klang zu hören und die intendierte Aufführungspraxis
mitzudenken. Viele Texte sind nicht als stille Lesetexte konzipiert; sie leben von Performanz und Klang. 

Für mich steht fest, dass ich Lehrer werden möchte. Nach dem zweiten Staatsexamen würde ich jedoch gern noch einmal an die Universität zurückkehren und vielleicht promovieren.


Viele Texte leben von Performanz und Klang.

Luca Nauschütz

Soyee Chan, Bachelor Chemie, 4. Semester 

Soyee Chan in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek

Foto: Michael Bader (Universität Jena)

Ich hätte früher nicht gedacht, einmal eine Naturwissenschaft zu studieren. In meiner Heimat Hongkong habe ich zuerst eine Ausbildung zur pharmazeutischtechnischen Assistentin gemacht und wollte anschließend Pharmazie studieren. Da ich gehört hatte, dass es in Europa einen großen Fachkräftemangel gibt, wollte ich meine Chance in Deutschland suchen. 

Allerdings ist es nicht leicht, einen der begehrten Studienplätze in bundesweit zulassungsbeschränkten Fächern wie Medizin oder Pharmazie zu bekommen. Für mich hat es nicht auf Anhieb geklappt und so habe ich mich stattdessen für ein Chemiestudium an der Uni Jena entschieden. Zuerst dachte ich, das sei eine Zwischenstation, bis es mit Pharmazie klappt. Doch ich merkte schnell, dass mir Chemie wirklich Freude macht.

Als motorischer Lerntyp gefallen mir besonders die umfangreichen Laborpraktika in meinem Studium. Das Labor ist für mich der beste Ort, mit den Kommilitonen und Kommilitoninnen ins Gespräch zu kommen. In Organischer Chemie reden wir darüber, welches Chaos wir wieder synthetisiert haben; in Physikalischer Chemie beschweren wir uns über die schwierigen Berechnungen.

Zu einem der schönsten Erlebnisse in meinem Studium gehört für mich bisher das Praktikum in Anorganischer Chemie im ersten Semester. Dabei mussten wir alle möglichen Ionen, Verbindungen und Elemente analysieren, die wir schon in Praktika und Vorlesungen behandelt hatten. Wir mussten innerhalb von drei
Stunden insgesamt sieben gesuchte Substanzen bestimmen. Ich hatte dabei viel Spaß, vor allem dank der Unterstützung von meinen Kommilitoninnen.

Neben den Labortagen haben wir, wie andere Studiengänge auch, spannende Vorlesungen und Seminare. Die Forschungsstärke der Uni Jena ist besonders ausgeprägt. Das hat mein Interesse an Analytik bzw. Forensik geweckt.


Das Labor ist für mich der beste Ort.

Soyee Chan

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