Ganz weit weg
Das Praxissemester im Ausland
Feldforschung weltweit
Weltkarte mit Ortsangaben in Form von Koordinaten: in Grönland, Chile, der Antarktis, Deutschland, den Vereinigten Arabischen Emiraten, der Mongolei und Tibet.
Grafik: twotype Design
Sie reisen per Schiff, Militärflugzeug oder Jeep. Sie kampieren in Zelten und legen täglich bis zu 20 Kilometer zu Fuß zurück. Sie trotzen Stürmen, extremen Temperaturen und Einsamkeit. Auf den Spuren der Erd- und Menschheitsgeschichte, des Klimawandels und seiner Folgen erleben Forschende der Universität die Natur
hautnah – an entlegenen Orten der Welt genauso wie vor der eigenen Haustür.
Ein Blick auf die Ausgrabungsstätte in der Atacama-Wüste im Norden Chiles.
Foto: PHILIPPE MOISANGeologe Diego Volosky arbeitete zwei Wochen in einer stillgelegten Goldmine in den Anden. „Wir verbrachten ganze Tage damit, mit unseren Hämmern Steine zu zerschlagen und nach Fossilien zu graben. Nur mittags gab es eine kurze Pause.“ Die chilenische Mine, in der die Forschenden gegraben haben, liegt auf rund 4.000 Meter Höhe.
Eine rot gekleidete Person läuft über eine schneebedeckte Fläche in der Antarktis. Das Team um Christina Braun reist regelmäßig zu Forschungszwecken auf die Fildes-Halbinsel in der Antarktis.
Foto: Christina BraunBiologin Christina Braun verbrachte mit drei Studierenden ihren 16. Sommer in der Antarktis. Seit mehr als 40 Jahren monitort ein Team der Universität Jena antarktische Brutvögel – neuerdings gehört auch das Sammeln von angespültem Müll zur Tagesroutine. Das Forschungsgebiet auf King George Island in der Antarktis
liegt rund 14.000 Kilometer Luftlinie entfernt von Jena.
Die Archäologen Clemens Pasda und Clemens Beck sind bei Erkundungen am See Saqqap Tasersua in mehr als drei Wochen keinem Menschen begegnet. Sie entdeckten Steinwerkzeuge und Sommercamps, die Inuit bei der Karibujagd vor über 2.000 Jahren nutzten.
Mongolische Steppe. In der Ferne sind ein Jeep und Zelte zu sehen.
Foto: Anna VinczeBiologin Anna Vincze geriet während einer Expedition, bei der ihr Team Auswirkungen globaler Veränderungen auf Pflanzengemeinschaften untersuchte, in einen heftigen Sturm. „Das hat uns eindrücklich vor Augen
geführt, wie abhängig wir von der Natur sind.“
Eine schwimmende Bohrplattform auf dem Salzsee Nam Co in Tibet.
Foto: Olga SchmitzGeowissenschaftlerin Olga Schmitz nahm an einer Forschungsbohrung auf einer schwimmenden Platt-
form in 4.700 Metern Höhe im Salzsee Nam Co teil. „Eine der stärksten Erfahrungen war eine Nachtschicht von rund 20 Stunden, da aufgrund von starkem Seegang und Monsunregen das Transportboot die Plattform
nicht erreichen konnte.“ Über 500 Meter misst der längste durchgehende Bohrkern aus dem Nam Co.
Fischaugenperspektive: Dichtes Kronendach von Buchen im Thüringer Hainich.
Foto: Sören HeseHydrogeologe Kai Uwe Totsche zieht es mit dem Team des SFB AquaDiva seit 2009 regelmäßig in den Hainich-Nationalpark. „Auch für Laien ist nicht zu übersehen: das Absterben von Altbuchen durch extreme Dürre. Das hat auch Folgen für die Grundwasserqualität.“
Weitläufige Landschaft mit Sanddünen im Emirat Sharjah.
Foto: Knut BretzkeArchäologe Knut Bretzke leitet seit 2012 regelmäßig Grabungssprojekte in den Vereinigten Arabischen
Emiraten und im Oman auf den Spuren des altsteinzeitlichen Homo sapiens. „Die Wüste ist bei näherer
Betrachtung alles andere als leer. Schon unsere frühesten Vorfahren haben Wege gefunden, hier zu überleben.“ Die bislang ältesten im Emirat Sharjah gefundenen Steinwerkzeuge sind 210.000 Jahre alt.